Der Festausschuss Ehrenfelder Karneval – oft einfach „FEK“ genannt – gehört heute zu den wichtigsten Trägern des Veedelskarnevals in Köln. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung Ehrenfelds als eigenständiges, kreatives und manchmal auch etwas rebellisches Veedel verbunden.
Die Gründung in den 1950er-Jahren
Der FEK wurde 1953 gegründet – in einer Zeit, in der Köln nach dem Zweiten Weltkrieg wieder begann, sein kulturelles Leben aufzubauen. Ziel war es, die Ehrenfelder Karnevalsvereine unter einem gemeinsamen Dach zu organisieren und den Straßenkarneval im Veedel neu zu beleben.
Schon kurz nach der Gründung entstand eines der bis heute prägendsten Projekte des Vereins:
Der Ehrenfelder Dienstagszug.
1954 zog der erste organisierte Zug durch Ehrenfeld – damals noch als eher kleiner „Ihrefelder Kinderzog“. Daraus entwickelte sich über Jahrzehnte einer der größten und bekanntesten Stadtteilzüge Deutschlands. Heute kommen regelmäßig rund 200.000 Zuschauer nach Ehrenfeld, dazu mehrere tausend Teilnehmer aus Schulen, Vereinen, Tanzgruppen und Karnevalsgesellschaften.
Ehrenfeld als Motor des Volkskarnevals
Der FEK verstand sich von Anfang an weniger als elitärer Traditionsverein, sondern eher als Organisator des „Volkskarnevals o’m Ihrefeld“. Genau das machte Ehrenfeld besonders:
- viele Schulen und Kindergruppen
- kreative Veedelsvereine
- politische und gesellschaftliche Themen
- offene, junge und alternative Karnevalskultur
Dadurch bekam der Ehrenfelder Karneval früh einen etwas anderen Ruf als der klassische Sitzungskarneval der Innenstadt.
Die Erfindung des Kinderdreigestirns
Ein echter Meilenstein kam 1965:
Der Festausschuss Ehrenfelder Karneval initiierte das erste öffentliche Ehrenfelder Kinderdreigestirn auf dem Neptunplatz. Daraus entwickelte sich später das heute stadtweit bekannte Kölner Kinderdreigestirn.
Der FEK war damit praktisch der Geburtshelfer einer Institution, die inzwischen fest zum gesamten Kölner Karneval gehört.
Von 1965 bis 2010 organisierte der FEK auch die Kinderproklamation selbst. Erst danach ging die Verantwortung an das Festkomitee Kölner Karneval über.
Die Mitgliedsvereine
Zum FEK gehören beziehungsweise gehörten zahlreiche Ehrenfelder Gesellschaften und Gruppen. Besonders prägend war die Bürgergarde blau-gold von 1904 e.V. Köln als Gründungsmitglied und wichtiger Träger des Ehrenfelder Dienstagszugs.
Über die Jahrzehnte kamen viele weitere Vereine hinzu – darunter klassische Karnevalsgesellschaften, Veedelsgruppen und kreative Zuggemeinschaften.
Dadurch entstand ein sehr eigener Ehrenfelder Mix aus:
- Tradition
- Straßenkarneval
- Familienkultur
- alternativen Ideen
- kölschem Brauchtum
Der Dienstagszug heute
Der Ehrenfelder Dienstagszug ist inzwischen das Herzstück des FEK. Er gilt als:
- größter Dienstagszug Kölns
- einer der größten Veedelszüge Deutschlands
- besonders kinder- und familienfreundlich
- kreativ und gesellschaftlich offen
Typisch für Ehrenfeld sind dabei oft:
- Sambagruppen
- politische Anspielungen
- alternative Kostüme
- Schulen und Initiativen aus dem Veedel
- sehr starke Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Moderne Entwicklung
Auch heute entwickelt sich der FEK weiter. Neben der Organisation des Zuges kümmert sich der Verein um:
- Brauchtumspflege
- Nachwuchsförderung
- Zusammenarbeit der Ehrenfelder Vereine
- Sicherheits- und Organisationskonzepte
- moderne Öffentlichkeitsarbeit
2024 wurde beispielsweise das Motto für den Zug 2025 beschlossen:
„Ihrefeld läv d’r FasteLOVEnd“.
Damit zeigt sich auch heute noch die typische Ehrenfelder Mischung aus kölscher Tradition und modernem Veedel-Gefühl.
1953
Gründung
Gründung des Festausschuss Ehrenfelder Karneval e.V. von 1953 als Zusammenschluss der Ehrenfelder Karnevalsvereine
1954
Erster Zug
Erster organisierter Dienstagszug nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Namen „Ihrefelder Kinderzug“ mit über 4000 Schulkindern.
1955
Zusammenwachsen
Mehrere Gesellschaften schließen sich zusammen und stärken die organisatorische Struktur des Ehrenfelder Karnevals
1965
Kinderdreigestirn
Der FEK initiiert das erste öffentliche Ehrenfelder Kinderdreigestirn auf dem Neptunplatz – die Geburtsstunde des Kölner Kinderdreigestirns
1970er
Wachstum
Der Dienstagszug wächst stetig: mehr Vereine, größere Wagen, mehr Musik und ein immer größerer Zuschauerzuspruch
80er
Veedelszoch
Ehrenfeld entwickelt sich zum Hotspot des Veedelskarnevals: kreativ, bunt, alternativ und immer offen für neue Ideen
1990er
Offen & Bunt
Multikulturelle Gruppen, Sambabands, soziale Initiativen und Schulen prägen den Zug – Ehrenfeld wird zum Spiegel der Vielfalt
2001
Traditionskorps
Die Bürgergarde „blau-gold“ wird offiziell zum Traditionskorps des Kölner Karnevals ernannt
2010
Dreigestirn
Die Bürgergarde „blau-gold“ stellt erstmals das Kölner Dreigestirn
2024
70 Johr Zoch
70-jähriges Jubiläum des Ehrenfelder Dienstagszugs mit über 4500 Teilnehmern und rund 200.000 Zuschauern
2026
Zukunft
weiterhin jeck, offen, kreativ und sturmerprobt.
Mer dun et för Ihrefeld
